Verantwortung übernehmen - auch finanziell
Ein Tier zu adoptieren oder zu kaufen ist eine Entscheidung fürs Herz – aber auch für viele Jahre Verantwortung.
Ein Hund oder eine Katze begleitet uns oft 10 bis 20 Jahre. In dieser Zeit sind wir vollständig für ihr Wohlergehen verantwortlich – emotional, zeitlich und auch finanziell.
Leider erreichen uns immer wieder Anrufe von Tierhalterinnen und Tierhaltern, die uns um die Übernahme von Tierarztkosten bitten, weil sie diese nicht bezahlen können. Wir verstehen, dass unerwartete Rechnungen belastend sein können. Dennoch müssen wir hier klar sagen:
Als spendenbasierter Tierschutzverein ohne staatliche Förderung können wir keine Tierarztkosten für privat angeschaffte Tiere übernehmen.
Unsere Mittel sind ausschließlich für die Versorgung unserer eigenen Schützlinge bestimmt.
Was ein Tier wirklich kostet
Viele unterschätzen die tatsächlichen laufenden Kosten eines Haustieres. Die Schutzgebühr oder der Kaufpreis ist in den meisten Fällen nur ein kleiner Teil der Gesamtausgaben.
Zu den regelmäßigen Kosten gehören unter anderem:
• hochwertiges Futter
• Ausstattung und Zubehör
• Impfungen
• Wurmkuren und Parasitenprophylaxe
• Kastration
• ggf. Hundesteuer und Haftpflichtversicherung
Diese Ausgaben sind planbar und gehören zur verantwortungsvollen Tierhaltung dazu.
Unvorhersehbare Tierarztkosten
Was oft verdrängt wird: Krankheiten und Unfälle passieren – manchmal plötzlich und ohne Vorwarnung.
Beispiele für kostspielige Behandlungen können sein:
• Knochenbrüche nach Unfällen
• Magen-Darm-Operationen
• Tumorerkrankungen
• Zahnsanierungen
• chronische Erkrankungen
• aufwendige Diagnostik (Röntgen, CT, Blutuntersuchungen)
Hier bewegen sich die Kosten schnell im Bereich von mehreren tausend Euro. Rechnungen von 3.000 bis 5.000 Euro sind leider keine Seltenheit.
Ein Tier darf in solchen Situationen nicht aus finanziellen Gründen auf notwendige medizinische Hilfe verzichten müssen.
Versicherung oder finanzielle Rücklagen?
Ob eine Tierkrankenversicherung sinnvoll ist, muss jede Halterin und jeder Halter individuell entscheiden. Versicherungen übernehmen je nach Tarif bestimmte Leistungen, andere wiederum nicht. Ein genauer Vergleich lohnt sich.
Wichtig ist jedoch: Wer keine Versicherung abschließt, sollte ausreichend Rücklagen für Notfälle bilden.
Vorsicht beim Tierkauf
Besonders problematisch erleben wir Fälle, in denen Tiere über dubiose Online-Plattformen, aus dem Ausland oder aus unseriösen Quellen gekauft werden. Nicht selten werden vermeintlich gesunde Tiere verkauft, die kurze Zeit später erhebliche gesundheitliche Probleme zeigen.
Auch sogenannte „Rassetiere“ aus Qualzuchten können dauerhaft hohe Tierarztkosten verursachen. Atemprobleme, orthopädische Erkrankungen oder neurologische Beschwerden sind bei bestimmten Zuchtformen leider keine Seltenheit.
Wer unüberlegt kauft, unterstützt unter Umständen Tierleid – und steht später vor erheblichen finanziellen Belastungen.
Unsere Bitte an zukünftige TierhalterInnen
Bitte überlegen Sie sich vor der Anschaffung eines Tieres, ob Sie:
• ausreichend Zeit haben
• langfristige Verantwortung übernehmen möchten
• auch finanziell auf unerwartete Situationen vorbereitet sind
Tierschutz endet nicht bei der Adoption – er beginnt bei einer informierten, verantwortungsvollen Entscheidung.
Wir helfen gerne bei Fragen vor der Anschaffung eines Tieres.
