Tierschutz Euskirchen e.V.
 

Das Tierheim Demirtas/Türkei
Helfen Sie uns, damit wir helfen können!
 

Im Juni besuchten mein Lebensgefährte und ich während unseres Urlaubs in der Türkei das Tierheim Demirtas.
 

Wie die meisten Menschen, die noch niemals ein Tierheim im Süden gesehen haben, hatten wir ein wenig Angst davor, zuviel Leid zu begegnen und nicht helfen zu können. Als wir dort eintrafen, stürmte uns als Erster ein lebensfroher Hundewelpe auf drei Beinen entgegen. Seine linke Vorderpfote war von Geburt an verkrüppelt, sie schleifte beim Laufen über den Boden. Der fröhliche kleine Hund hieß "Fratz" und war immer zur Stelle, wenn es etwas zu spielen gab oder eine streichelnde Hand in der Nähe war.
 

Fratz wird ein ziemlich großer Hund werden und seine rechte Seite kann ihn jetzt schon kaum tragen. Die Lebensfreude, die man deutlich erkennt, lässt sich darauf zurückführen, dass er noch keine Schmerzen hat. Schmerzen werden aber in der Zukunft zwangsläufig die Folge seiner Behinderung sein. Schon jetzt ist die zu stark belastete rechte Vorderseite verkrümmt. Fratz könnte in Deutschland behandelt und operiert werden, um ihm die Chance zu geben, ein schmerzfreies und fröhliches Leben führen zu können.

Wir lernten die Tierheimleiterin Anja Günther kennen, eine Tierschützerin, wie man so schnell keine Zweite findet. Sie legt in ihre Arbeit manchmal viel zu viel Herzblut, arbeitet aber trotzdem mit Verstand. Ich bewundere Anja Günther für das, was sie tagtäglich leistet. Zusammen mit ihrer Mitarbeiterin Simone, die Anja seit einigen Monaten kräftig unterstützt, haben sie meine ganze Hochachtung. Aus meiner eigenen Tierschutzarbeit kenne ich - wenn auch nicht vergleichbar - die hohe psychische Belastung, der die beiden ständig ausgesetzt sind.
 

Das nachfolgende Foto zeigt Anja Günther mit ihrem geliebten Dobermann Dexter, der nach jahrelanger Ketten- und Zwingerhaltung, halb verhungert, in ihre Obhut kam.

Drei Monate Liebe und aufopfernde Pflege ließen den todkranken Hund noch einmal kurzzeitig aufblühen. Leider konnte Anja ihm nicht lange die Freuden eines erfüllten Hundelebens bieten, er verstarb kurz bevor wir das Tierheim besuchten. Ich hätte Dexter auch gerne kennen gelernt.
 

In den 32 Gehegen sind derzeit 240 Hunde untergebracht. Wir sahen Welpen mit und ohne Mutter, sehr viele Junghunde und Hunde jeden Alters. In den Gehegen mit den erwachsenen Hunden leben meist zwischen 5 und 8 Tiere zusammen, die dann auch eine eingeschworene Gemeinschaft bilden. Wir betraten einige Gehege und wurden gleich von den meisten Hunden angesprungen und abgeleckt. Sie lechzen nach Zuneigung, Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten. Dann kam das Problem: Welchen Hund sollten wir zum Spaziergang ausführen? Alle wollten, und alle hätten es verdient. Wir mussten uns entscheiden. Eine Hündin fiel mir auf, weil sie so gottergeben in einer Ecke gerollt lag. Ihr Name ist Christina, sie ist erst 2 Jahre alt und eine sehr ruhige Hündin, die superbrav und glücklich mit uns spazieren ging, ohne auch nur einmal an der Leine zu ziehen.

Ich fragte nach dem ältesten und dem am längsten im Tierheim befindlichen Hund. Anja führte mich zu Arko. Als ich den alten Knaben auf dem Wellblechdach seiner Hütte liegen sah und er mich mit einer Mischung aus Gleichgültigkeit, Resignation und Trauer, aber doch mit einem Funken Interesse, ansah, war es um mich geschehen.

Nach unserem gemeinsamen Spaziergang genoss Arko, dass sich ein Mensch nur um ihn kümmerte.

Leider mussten wir uns nur allzu schnell wieder trennen. Ich versprach ihm, dass ich für ihn ein eigenes Zuhause suchen würde, wo er einen ruhigen Lebensabend verbringen könnte.
 

Jedem Tierfreund, der in der Region Alanya Urlaub macht, kann ich einen Besuch dieses Tierheims nur empfehlen. Sehen Sie dann selbst, dass dort gute Tierschutzarbeit geleistet wird!
 

5. Juni 2007
Brigitte Uzarek


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