Tierschutz Euskirchen e.V.
 

Tipps

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02. Juli 2011, 10:58

Trockenheit macht Igeln das Leben schwer

Im Herbst denken viele an die Igel, die in unseren Gärten leben. Doch gerade jetzt brauchen die Igel unsere Unterstützung. Igel finden unter normalen Witterungsbedingungen genug Futter. Wasser brauchen die Igel aber auf jeden Fall. Wenn man einen Teich im Garten hat, kann man durch einen flachen Zugang den Igeln den Weg zu dieser Wasserquelle ermöglichen. Eine andere Möglichkeit ist es, eine flache, stabile Schale mit Wasser gefüllt aufzustellen.

In langen Trockenperioden brauchen die Igel auch beim Futter unsere Hilfe. Hier kann man klein gekörntes Katzentrockenfutter einsetzen. Um es vor den Nachbarskatzen zu schützen, baut man für die Igelfutterstelle einen sogenannten Futtertunnel, z. B. mit Steinen und einem Brett in den Maßen Länge = 50 cm, Höhe und Breite = je 15 cm. Eine Seite wird geschlossen. Die Länge ist wichtig, damit sich Katzen nicht durch Einsatz ihrer Pfoten die Futterschüssel rausfischen. Im Futtertunnel ist das Futter auch vor Witterungseinflüssen geschützt und der Igel fühlt sich hier sicher und kann in Ruhe fressen.

Igel ernähren sich von Insekten, Würmern und Schnecken. Wenn es lange nicht geregnet hat, dann gibt es viel weniger Schnecken und der Boden ist so trocken und hart, dass die Igel nicht nach Würmern scharren können.

Jeder Gartenliebhaber sollte sich freuen, wenn Igel in seinem Garten wohnen. Denn viele Gärtner schätzen die Igel als Schneckenfresser. Ideale Bedingungen für Igel sind naturnahe Gärten, die auch Bereiche haben, die nicht perfekt gepflegt sind. Bodennahe Sträucher bieten den Igeln gute Rückzugsmöglichkeiten. Igel sind nachtaktiv. Jeder Igel, den Sie tagsüber sehen, ist krank und braucht Hilfe. Auch wenn es nicht danach aussieht. Die scheuen Igel vermeiden den Kontakt zu Menschen, und wenn man sie beobachten möchte, muss man etwas Geduld und Ruhe mitbringen und sich in der Dämmerung auf die Lauer legen. Dann werden Sie die stacheligen, manchmal laut schnaufenden Gartenbewohner sehen können.

Doch im Garten lauern auch viele Gefahren für die Igel. Kellertreppen stellen für junge Igel ein unüberwindbares Hindernis dar. Auch Lichtschächte können zur Falle werden. Deshalb bitte regelmäßig Kellerabgänge kontrollieren und offene Schächte abdecken. Igel verstecken sich gerne im Komposthaufen. Hier auf keinen Fall den Komposthaufen mit einer Mistgabel umwälzen. Auch sogenannte Freischneider sind eine große Gefahr für die Igel, die am Rand der Grasfläche im Schutze von Sträuchern liegen und dann regelrecht aufgeschnitten werden. Und so manches Igeljunge wurde schon von einem Laubsauger verschluckt. Auch die lebensnotwendigen Insekten und Würmer fallen dem Laubsauger oft zum Opfer.

Sollten Sie in Ihrem Garten eine Anhäufung von Fliegen feststellen, schauen Sie bitte nach. Dort könnte ein verletzter Igel oder anderes Wildtier liegen. Die Fliegen setzen ihre Eier in die Wunde und innerhalb von ein paar Stunden schlüpfen die Larven und ernähren sich dann von dem Wildtier. Je schneller einem verletzten Tier geholfen wird, umso größer sind die Überlebenschancen.

Auch Igel möchten gerne ein Dach über dem Kopf haben. Hierfür besonders geeignet sind Reisig, kleine Äste und auch Heckenabschnitte, die aufgehäuft werden. Wenn Sie in der Mitte noch einen kleinen Hohlraum schaffen, ist dass das perfekte Zuhause für die kleinen Gartenbewohner.

Redakteur




14. Mai 2011, 22:44

Hasen, Kaninchen und Rehe - alles was man sieht sind Waisenkinder

Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der viele Wildtiere ihre Jungen aufziehen. Generell kann man sagen, dass alles was nicht flüchtet, also normal zu sehen ist, ein Waise ist, der Hilfe benötigt.

Doch auch hier gibt es einige wichtige Tipps, die die Eigenarten der einzelnen Wildtiere erklären.

Die Jungen von Hasen werden von den Eltern zweimal täglich versorgt und liegen ansonsten an einer geschützten Stelle. Sie werden mit Fell geboren und es gibt keinen festen Nistplatz. Nur wenn in unmittelbarer Nähe ein verletztes oder totes Muttertier gefunden wird, kann man von einem Hasenwaisen ausgehen.

Anders bei den Kaninchen. Diese werden mit geschlossenen Augen und wenig Fell geboren und verbringen die ersten zwei bis drei Lebenswochen im Kaninchenbau. Sollte Ihr Hund einen solchen Bau aufbrechen und ein Kaninchenjunges herausholen, können Sie, wenn das Tier nicht verletzt ist, dieses wieder in den Bau zurückgeben und diesen provisorisch wieder herstellen.

Ähnlich wie bei den Hasen verhält es sich bei den Rehen. Die Rehkitze werden an einem sicheren Platz abgelegt und von der Mutter versorgt. Auch hier gibt es erst mal keinen Grund zur Sorge. Sollte ein Rehkitz jedoch schreiend umherlaufen, dann braucht es Hilfe.

Einen aus dem Nest gefallenen, unverletzten Jungvogel kann man falls möglich - auch mit der bloßen Hand - wieder ins Nest zurücksetzen. Bei einem verletzten Vogel ist eine Erstversorgung mit Wasser und Wärme wichtig. Das Wasser aber auf keinen Fall direkt in den Schnabel geben, da dieses sonst in die Lunge des Tieres gelangen und es dann zu einer Lungenentzündung kommen kann. Richtig ist es, dass Wasser mit Hilfe eine Pipette oben auf den Schnabel zu tropfen. Alternativ geht das auch mit einem Strohhalm, den man mit einem Finger zuhält und somit durch kurzes Loslassen das Wasser dosiert.

Amseln verlassen auf Grund ihres schnellen Wachstums früh das Nest. Sie können dann noch nicht fliegen und bewegen sich hüpfend vorwärts. Die Elterntiere füttern sie auf dem Boden sitzend und bei Gefahr versuchen sie sich auf Sträucher etc. zu retten. Deshalb unsere Bitte, wenn Sie Amseljunge bei sich im Garten entdecken und eine Freigängerkatze haben, denken Sie an die Amseljungen und versuchen Sie, Ihre Katze von diesen fernzuhalten.

Vögel mit einer Katzenverletzung bzw. Katzenkontakt, d. h. auch Speichel auf den Federn, müssen umgehend mit Antibiotika behandelt werden. Ansonsten werden sie dieses nicht überleben.

Alle Wildtiere, die verletzt aufgefunden werden, müssen warmgehalten werden. Dies erhöht ihre Überlebenschancen. Dann sollten Sie mit dem Tier einen Tierarzt aufsuchen. Kosten fallen hierfür im Allgemeinen nicht an, da Tierärzte Wildtiere kostenlos behandeln.

Unsere Bitte an die Hundehalter. Bitte führen Sie während der Brut- und Aufzuchtzeit Ihren Vierbeiner in Wald und Feld immer an der Leine. Denn selbst bei dem friedlichsten Hund wird der Jagdinstinkt geweckt, wenn er ein wehrloses Tier entdeckt. Die jungen Wildtiere haben meist noch nicht die Ausdauer oder Kenntnis, den Hunden zu entkommen. Und die Hatz verbraucht die Kraft, die die Wildtiere zum Überleben brauchen.

Redakteur




06. Januar 2011, 20:54

Betreuung kranker und untergewichtiger Igel

Aufnahme: Tagsüber umherirrende oder verletzte Tiere. Wenn ihr Gewicht Ende Oktober unter 400 g,im November unter 500 g ist.
Erste Pflege: Nach Wunden (zum Tierarzt) und Ungeziefer, wie Zecken, Flöhen, Fliegeneiern und Fliegenmaden absuchen. Bei Unterkühlung kann durch Wärmflasche oder Heizkissen (niedrigste Stufe) unter dem Schlafhäuschen der Allgemeinzustand verbessert werden.
Behandlung: Zecken: Ruckartig mit stumpfer Pinzette herausziehen.
Flöhe: Igel in trockene Wanne setzen und mit Frontline einsprühen, dabei Gesicht abdecken. 10 Minuten einwirken lassen. Flöhe fallen ab und sollten mit einer alten Zahnbürste aus den Stacheln gebürstet werden.Fliegeneier und Fliegenmaden: Mit einer Pinzette sorgfältigst entfernen.
Würmer: Husten, Nahrungsverweigerung, röchelnder Atem weisen auf Wurmbefall hin. Im Kot nur mikroskopisch nachweisbar, daher Tierarzt aufsuchen. Bei Wurmbefall müssen die Tiere medikamentös behandelt werden. Erforderliche Begleittherapie bei röchelndem Atem: 14 Tage je 1 Messerspitze Bronchovestan (Schleimlöser) aufs Futter.
Unterbringung: Holzbretterverschlag ca. 1,5 - 2 qm groß und 60 cm hoch (Igel sind gute Kletterer). Mit mehreren Lagen Zeitungspapier auslegen und, wo nötig, täglich erneuern. Im Laufstall Schlafhäuschen einrichten: Schuhkarton oder Holzkistchen mit Schlupfloch (10 x 10 cm), gefüllt mit Küchentüchern oder zerknülltem Zeitungspapier. Bei Bedarf erneuern.
Fütterung: Der Igel ist ein nachtaktives Tier, daher abends füttern, kleine Tiere auch morgens. Menge: Je nach Größe 2-4 gehäufte Esslöffel in einer Schale. Frisches Wasser täglich in einem freistehenden schweren Napf. Futter: Katzenfutter aus der Dose, leicht angebratenes Rinderhack (ungewürzt), gekochtes (ungesalzenes) Hühnerfleisch, Herz, Niere, Leber vom Rind oder Huhn. Haferflocken, Weizenkleie oder Matzinger Hundeflocken unter das gekochte Fleisch mischen, ebenso 1 Messerspitze Vitakalk zum Knochenaufbau, wöchentlich 2-3 Tropfen Vitaminkomplex ins Futter. Zusatzfutter: Trockenfutter für Igel aus dem Zoogeschäft, auch Katzentrockenfutter möglich. Manche Igel mögen gerne ungewürztes Rührei, manchmal auch ungeschwefelte Rosinen, Haselnüsse, zerkleinerte ungesalzene Erdnüsse, reife Bananen. Verbotene Nahrungsmittel: Milch, Brot, gewürzte bzw. gesalzene Speisen aus der Küche, Kuchen und andere Süßigkeiten.
Kotzustand: Beachten, dass er fest ist. Bei grünem, schleimigem, blutdurchsetztem Kot ist eine antibakterielle Behandlung durch den Tierarzt nötig. Dann kein Dosenfutter geben.
Aussetzen: In der zweiten Aprilhälfte an warmen Tagen.
Ort: Am Rande dörflicher Siedlungen, in heckenreicher Umgebung. Keinesfalls deckungslos auf Feld oder Wiese, auch nicht im Hochwald. Jedoch am Waldrand mit Brombeergestrüpp oder Unterholz, an Wiese oder Acker angrenzend. Naher Bachlauf günstig, stets fernab von stark befahrenen Straßen.


Redakteur